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Golfgepäck

Mit dem Golfbag in die Lüfte

Zunehmend ist die Tendenz bei Golfern, gebuchte Flugreisen sogleich mit dem Lieblingshobby in fernen Gefilden zu verbinden. Wer sich zur golferischen Hauptsaison, also dem Frühjahr und dem Herbst, auf den Flughäfen bekannter Golfdestinationen tummelt, wird die Schar dieser Genussmenschen nicht übersehen können. Grosse und prall gefüllte Travelcovers mit Golfequipment samt Schweissperlen auf der Stirn hinter sich her zerrend oder, als Minimalist, ein handlich kleines Pencilbag locker über der Schulter hängend erkennt jeder das Hobby dieser Reisenden fern der Heimat.

Da jedoch diese Golfausrüstung, aufgrund der Grösse und Form, nicht in einen standardisierten Reisekoffer passt, muss sie von der Fluggesellschaft gesondert transportiert werden. Je nach Carrier, der für die Flugreise ausgewählt wurde, unterscheiden sich die Preise und angeknüpften Bedingungen für die Beförderung dieses Sondergepäcks teils deutlich. Fallweise wird auch eine vorherige Anmeldung der avisierten Mitnahme gefordert, da die Transportkapazitäten der Flugzeuge eben nicht unendlich sind.

Preisspektrum von kostenlos bis teuer
Grundsätzlich muss bei der Berechnung der Mehrkosten für den Golfgepäcktransport gegenüber der Mitnahme des regulären Reisegepäcks unterschieden werden zwischen dem “Gewichtskonzept” (“Weight concept”) und dem “Stückkonzept” (“Piece concept”).
Die bekannt grossen Airlines berechnen auf Flügen von Deutschland, Österreich oder der Schweiz in die USA, nach Kanada und Mexiko die Mitnahme des Golfequipments nach dem Stückkonzept. So ist es durchaus möglich, bei der zugestandenen Anzahl von zwei Gepäckstücken pro Person, dass das Golfbag kostenlos mitgenommen werden darf – wenn die gesamte Freigepäckgrenze nicht überschritten wird. Bei Überschreitung der Freigepäckgrenzen oder bei Festlegung durch den Carrier, dass Sportgepäck extra zu bezahlen ist, gelten dann Pauschalen, die abhängig von Gewicht und Grösse festgelegt sind. Hier wird dann auch oft der normale Übergepäcktarif zugrunde gelegt, wie er bei klassischem Reisegepäck zum Tragen kommt.

Es ist nicht am Flugpreis oder dem Renommée der Fluggesellschaft festzumachen, was der Passagier letztendlich zu zahlen hat. Durchaus kann ein vermuteter Billigflug zum teuren Spass werden, wenn die Golfausrüstung gesondert voll in Rechnung gestellt wird. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn einige Airlines fordern gar keinen Aufschlag für die Mitnahme der eigenen Golfhardware, wenn die Voraussetzungen wie Gewichts- bzw. Grössenlimits eingehalten werden.

Wer nimmt was – ein Überblick der Kosten und Besonderheiten

Nachfolgend eine Zusammenstellung der Preise und Bedingungen ausgesuchter Airlines aus Deutschland, der Schweiz und Österreichs für den Transport von Golfequipment:

- Swiss International (CH)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist nicht notwendig. Preis pro Golfgepäckstück bei Flügen innerhalb Europas pauschal 20.- EUR. Auf Interkontinentalflügen bei Gewichtskonzept pauschal 40.- EUR, bei Stückkonzept innerhalb der Freigepäckgrenze kostenlos (höheres Gewicht kostet 100.- bis 150.- CHF Aufpreis). Das Maximalgewicht des Golfgepäckstücks beträgt 15 kg, höheres Gewicht wird wie Übergepäck berechnet. Mitglieder des Swiss Golf Traveller Programms können das Golfgepäck stets kostenlos mitnehmen. Swiss First Class, HON Circle, Senator und Frequent Traveller Inhaber nehmen ein Stück Golfgepäck bis 15 kg (bei Gewichtskonzept) kostenlos mit.

- Austrian Airlines (A)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist erforderlich. Preis pro Golfgepäckstück bei Flügen auf Kurz- und Mittelstrecke pauschal 20.- EUR. Auf Interkontinentalflügen bei Gewichtskonzept pauschal 40.- EUR, bei Stückkonzept innerhalb der Freigepäckgrenze kostenlos (bei höherem Gewicht: Pauschalbetrag auf Anfrage). Obige Preise gelten für ein Maximalgewicht des Golfgepäckstücks von 15 kg bei max. 1.40 m Länge, bei einem höheren Gewicht von 15 bis 30 kg bzw. einer Länge bis 2 m gilt ein Preis von 40.- EUR (Kurz- und Mittelstrecke) sowie 80.- EUR (Interkontinentalflug). HON Circle Mitglieder und Senatoren nehmen ein Stück Golfgepäck bis 15 kg kostenlos mit.

- Lauda Air (A)

Lauda Air ist die Ferienflugsparte von Austrian Airlines. Hier gilt: Die Mitnahme eines Golfgepäckstücks ist bei einem Gewicht von maximal 15 kg kostenlos, höheres Gewicht schlägt mit einem Aufpreis von 4,50 EUR pro kg zu Buche. Lauda Air bietet keine Interkontinentalflüge an.

- Air Berlin – dba – LTU (D)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist nicht notwendig, ausser bei Gruppen ab 10 Personen. Die Mitnahme von Golfgepäck mit einem Gewicht bis zu 30 kg ist kostenfrei, bei höherem Gewicht gilt die reguläre Übergepäckrate. Diese Konditionen gelten für alle Fluggesellschaften der Air Berlin-Gruppe auf allen Flugstrecken.

- Condor (D)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist nicht notwendig. Die Mitnahme von Golfgepäck mit einem Gewicht bis zu 30 kg ist kostenfrei, bei höherem Gewicht gilt die reguläre Übergepäckrate. Diese Konditionen gelten auf allen Flugstrecken.

- German Wings (D)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist im Rahmen des Buchungsvorganges erforderlich. Preis pro Golfgepäckstück bei innerdeutschen sowie innereuropäischen Flügen pauschal 25.- EUR ohne Gewichts- bzw. Grössenbeschränkung. German Wings bietet keine Interkontinentalflüge an.

- TUIfly (D)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist erforderlich. Die Mitnahme von Golfgepäck mit einem Gewicht bis zu 30 kg ist kostenfrei, bei höherem Gewicht gilt die reguläre Übergepäckrate von 7.- EUR. Diese Konditionen gelten auf allen Flugstrecken. TUIfly bietet keine Interkontinentalflüge an. Besitzer einer bluemiles GoldClub-Karte können zusätzlich zu einem Golfgepäckstück bis 30 kg Gewicht kostenfrei weiteres Sportgepäck bis 30 kg mitnehmen.

- Lufthansa (D)

Vorherige Anmeldung des Golfgepäcks ist erforderlich und muss bestätigt werden. Preis pro Golfgepäckstück bei Kontinentalflügen auf Basis des Gewichtskonzeptes pauschal 20.- EUR. Auf Interkontinentalflügen bei Gewichtskonzept pauschal 40.- EUR, bei Stückkonzept innerhalb der Freigepäckgrenze kostenlos (bei höherem Gewicht: 50 % des Übergepäcktarifes). Obige Preise gelten für ein Maximalgewicht des Golfgepäckstücks von 15 kg bei max. 1.40 m Länge, bei einem höheren Gewicht von 15 bis 30 kg bzw. einer Länge bis 2 m gilt ein Preis von 40.- EUR (Kontinentalflug) sowie 80.- EUR (Interkontinentalflug). HON Circle Mitglieder, Senatoren sowie First Class-Gäste nehmen ein Stück Golfgepäck auf allen Strecken mit Gewichtskonzept kostenlos mit.

Tipps bei Mitnahme von Golfgepäck

Teils kann es sich günstiger auswirken, das Golfgepäck vorab oder parallel als klassisches Frachtgut bei der Airline anzumelden, um es günstiger transportiert zu bekommen. Hier hilft eine Klärung im Vorfeld. Bedacht werden muss ebenso, das Golfbag samt Zubehör gut verpackt und geschützt zu transportieren, um keine Beschädigungen zu riskieren. Hierzu eignen sich gut gepolsterte Travelcover, erhältlich in den Golfabteilungen der Kaufhausketten oder spezifischen Golfshops, die zum einfacheren Transport im Flughafengebäuden mit leichtgängigen Laufrollen ausgerüstet sein sollten. Ein abnehmbarer Tragegurt ist meist inklusiv, bietet aber im Handling kaum praktische Vorteile, da dieses Gepäckstück eben sehr sperrig ist. Wichtiger ist, dass auch genügend Stauraum für Golfschuhe vorhanden und die Reisehülle mit stabilen Reissverschlüssen ausgerüstet ist sowie ein verdecktes Adressfach bietet. Ganz wichtig: Da die Bauform und Grösse der Travelcover verschiedener Hersteller ganz unterschiedlich ausfällt, ist ein Ausmessen der eigenen Ausrüstung vor dem Kauf wichtig.

Beim Verpacken des Golfbags sollten die Leerräume der Reisehülle nicht allzu grosszügig zum Transport der sonst im normalen Reisekoffer verstauten Utensilien genutzt werden. Bei Aufgabe des Golfgepäcks, meist am Sperrgutschalter, fällt nach Durchleuchten im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung die Nutzung der Golfreisehülle als selbsternanntes Bonusvolumen schnell auf. Nicht jede Airline ist begeistert darüber und fordert im schlimmsten Fall ein Umpacken der nicht golfspezifischen Gegenstände direkt vor Ort. Gegen ein wenig Polstermaterial zum Schutz der Ausrüstung hat aber kaum eine Fluggesellschaft etwas einzuwenden.

Ob der Abschluss einer speziellen Golfgepäckversicherung notwendig ist, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist, dass ein den Gesamtschaden bei völligem Verlust abdeckender Vertrag recht teuer erkauft werden muss. Bedacht werden kann, dass weniger als 1 Promille aller transportierten Gepäckstücke auf Flugreisen wirklich auf Nimmerwiedersehen verschwinden – dem weltweiten Gepäcksuchsystem WorldTracer sei Dank.

Stand: Mai 2008. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Preisangaben und Bedingungen basieren auf Auskünften der Presseabteilungen obiger Fluggesellschaften. Somit geht ein Dank an die genannten Gesellschaften für die zügige Bereitstellung der Informationen.

Dieser Informationsartikel wurde exklusiv für Golfsportmagazin erstellt. Autor: Thomas Klages




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