Viele Jahrzehnte lang verbindet mich eine Freundschaft mit Prof. Heini Bergmüller. Bei der Vorstellung eines Buches über seine Karriere im Restaurant „Obauer“ bei Salzburg trafen sich Sportlerinnen und Sportler aus vielen Sportarten. Allen hatte Prof. Bergmüller in deren Karrieren geholfen und sie betreut.
Professor Heinrich Bergmüllers Karriere begann als Bobfahrer. Danach wechselte er zum Österreichischen Skiverband als Konditionstrainer. Anfangs war er dort wegen seiner Trainingsmethoden von den Athleten gefürchtet. Man muss wissen, dass man in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts im Sport – egal ob Fußball, Ski oder Tennis – der Meinung war, dass es nur dann ein gutes Training war, wenn der Athlet fast zusammenbrach. Während meines Sportstudiums an der Uni München fingen bereits aufgeschlossener Professoren in der Sportmedizin an, uns Studenten Literatur aus der damaligen DDR zu empfehlen. Die Erfolge der DDR SportlerInnen begründeten sich vielfach auf die Leistungsdiagnostik. Ein medizinisches Fachgebiet, das im Westen nahezu unbekannt war. Bei den DDRN werden sie vielleicht an Doping denken. In letzter Konsequenz artete dies in vielfachen kriminellen Formen des Dopings aus, welches bis heute Anwendung findet und sehr zu verurteilen ist. Gott sei Dank ist der Golfsport davon kaum betroffen.
Leistungsdiagnostik im Sport
Mit der politischen Wende kam damals das Interesse der Ärzte an der Leistungsdiagnostik. Und das Thema wurde auch in der westlichen Sportwissenschaft relevant. Es war Anfang der 1990 Jahre als Bergmüller und ich uns kennenlernten. Im Auftrag der Vermarktungsagentur IMG, bei der auch mein Mentor Arnold Palmer beteiligt war, betreute ich in der golffreien Zeit einige Skifahrer im Winter. Bergmüller fragte mich eines Tages: Bei Euch in Deutschland gibt es diese Olympiastützpunkte, kannst Du mir welche empfehlen, damit ich meinen Athleten weiterhelfen kann? Nun, in jener Zeit war die Uni Freiburg in meinen Augen führend und so empfahl ich diese Heini Bergmüller. Später pflegte er einen regen Austausch mit Freiburg.
Man muss natürlich den damaligen Zeitgeist berücksichtigen. Im Golfsport der 70er, 80er und frühen 90er Jahre waren etwas rundlichere Gestalten bei den Profiturnieren normal. Wenige wie Nick Faldo, Norman und Bernd Langer waren die Ausnahmen und läuteten einen Wandel ein.
Gründung des Olympiastützpunktes
Bergmüller kam dann eines Tages mit der Idee, einen Olympiastützpunkt nach deutschem Vorbild in Österreich zu gründen, zu mir. Nach zahlreichen Sitzungen und Problemen entstand auf Bergmüllers beharrlichen Wirken, der in der damaligen Sportwelt berühmte Olympiastützpunkt in Obertauern/ Salzburg.
Geschäftsführer und Leiter war Heini Bergmüller, meine Wenigkeit, einige Ärzte und Sponsoren wurden Gesellschafter. Besonders durch die Erfolge des österreichischen Skisuperstars Hermann Maier, der auch Dank Bergmüllers neuartigen Trainingsmethoden zu seinen Siegen kam, wurde der OSP Obertauern weltbekannt. Nun kamen nicht nur Skirennfahrer zum Training nach Obertauern. Auch Athleten aus vielen anderen Sportarten wollten ein Trainingsprogramm von Prof. Bergmüller. Darunter auch Golferinnen und Golfer.
Bergmüller kreuzte auch immer wieder mit seinen Schützlingen als Alternativprogramm bei mir auf diversen Golfplätzen auf. Sportartübergreifend begleitete mich Bergmüller bedingt durch meine IMG Tätigkeit, etwa auch ins Trainingscamp des absoluten Tennistrainer-Superstars Nick Bolletieri in Sarasotta, Florida. Ich war mit Nick befreundet seit er ein Teammitlied von mir, bei einem Pro-Am-Turnier war.
Die Trainingsmethoden Bolletieris, der ein ehemaliger US Marine war, waren damals umstritten. Der junge Tommy Haas und die jugendliche Anna Kurnikova trainierten gerade im Camp während unseres Besuches. Bolettieri, der Startrainer, kam ebenfalls nach Obertauern, um sich dort die neuen Bergmüller Trainingsmethoden anzusehen. Einige Nachwuchsprofis in Golf empfahl ich später, ihren Trainingsplan auch entsprechend umzustellen. Mit dem Aufstieg von Tiger Woods und vor allem dessen Fitnessprogramm in den „Muckibuden“ und seinen überragenden Erfolgen änderte sich auch die Einstellung der Golfer. Heute sind korpulentere Golfprofis rar.
Dass in diesen Jahren auch viel falsch gemacht wurde, bei dem Training mit Gewichten, mag auch die Verletzungsanfälligkeit im Alter bei Woods, die Ursache sein. Auch ich gehöre nach 7 Wirbelsäulenoperationen dazu. Über das richtige Aufbautraining nach Knie-, Hüft- oder Wirbel-OPs habe ich hier schon vielfach geschrieben.
Prof. Bergmüllers Weg führte ihn aber vom OSP Obertauern weg, weiter zu Institutionen nach Wien, sogar zur Betreuung von 1-Liga-Fußballmannschaften, Gesundheitszentren und vielen mehr. Auch ist er mittlerweile ein begehrter Redner auf Kongressen.
Sein Wirken finden Sie auf seiner Internetseite.
Sollten Sie sich für eine optimale Vorbereitung auf Ihre Golfsaison interessieren, wenden Sie sich an ihn.
Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Golfsaison verbleibe ich
Ihr
Heinz Schmidbauer